Der Lückenschluss der Leipziger Straße in Finsterwalde stellt eine besondere städtebauliche Herausforderung dar. Das Grundstück liegt am äußeren Ring der historischen Altstadt und befindet sich in einer Straßenkurve. Es ist umgeben von Gebäuden im Norden und Süden sowie von Straßenflächen im Osten und Westen. Mit einer Breite von teilweise nur zwölf Metern ist das Grundstück sehr schmal und bietet kaum Platz für private Außenbereiche. Der neue Baukörper begreift diese Herausforderung als Chance und schließt die Lücke mit einer eigenen, zusammenhängenden Kubatur. Dabei werden typische Elemente der umgebenden Bebauung wie Sockel, Traufe und Dachform aufgenommen.
Um auf die räumlichen Einschränkungen zu reagieren, wurde das Gebäude mit einem Hochparterre entworfen, das die Privatsphäre der Bewohnenden berücksichtigt. Statt Balkonen wurden Loggien mit massiven Brüstungen geplant. Anstelle von Balkonen wurden Loggien mit massiven Brüstungen geplant. Das Eingangsfoyer ist barrierefrei zugänglich und bietet mit seinem zentralen, hohen Raum eine einladende Empfangssituation. Eine Verbindung zur Weststraße ermöglicht es, das Haus von zwei Seiten zu betreten. Vom Foyer aus gliedert sich das Gebäude in zwei Haushälften mit eigenen Treppenräumen. Diese bieten barrierefreien Zugang zu insgesamt 20 Wohnungen unterschiedlicher Größe.
Die Putzfassade mit Strukturputz fügt sich harmonisch in die charakteristische Umgebung Finsterwaldes ein. Im Erdgeschoss wird ein Klinkersockel vorgesehen. Dieses Material findet sich auch in der Gartenmauer und der Innenwand des Foyers wieder. Die öffentlichen Bereiche des Hauses erhalten Sichtbetonwände, die im Zusammenspiel mit den Klinkern eine haptische Ästhetik bieten.
Der Einsatz langlebiger und wiederverwertbarer Bauteile trägt zur Nachhaltigkeit des Gebäudes bei, das sowohl ökonomisch als auch ökologisch zukunftsfähig ist.